Inhalt
- 1.Messehalle vs. Eventzelt: die entscheidenden Unterschiede
- 2.Klimatechnik für den Messestand (bis 150 m²)
- 3.Hallenübergreifende Klimatisierung (ab 500 m²)
- 4.Planungsvorlauf und Logistik
- 5.Heizung bei Herbst- und Wintermessen
- 6.Checkliste für Aussteller
1. Messehalle vs. Eventzelt: die entscheidenden Unterschiede
Messehallen und Eventzel stellen thermisch sehr unterschiedliche Anforderungen an temporäre Klimatisierungslösungen:
| Merkmal | Messehalle | Eventzelt |
|---|---|---|
| Bauweise | Stahl/Beton, gute Dämmung | Zeltplane, kaum Dämmung |
| Solare Last | Gering (gedämmtes Dach) | Hoch (transparenter Stoff) |
| Deckenhöhe | 8 bis 20 m (Schichtung!) | 3 bis 6 m |
| Stromanschluss | Oft vorhanden | Meist via Aggregat |
| Klimatechnik-Typ | Chiller + Fancoils bevorzugt | Monoblock oder Chiller |
| Aufbauzeit | 2 bis 5 Tage (bei großen Hallen) | 4 bis 24 Stunden |
Der wichtigste Unterschied: Messehallen haben durch ihre große Deckenhöhe ein Schichtungsproblem. Warme Luft steigt auf und sammelt sich oben, kalte Luft muss aktiv in den Aufenthaltsbereich geführt werden. In Zelten mit 4 bis 6 m Deckenhöhe ist dieses Problem weniger ausgeprägt.
2. Klimatechnik für den Messestand (bis 150 m²)
Für einzelne Ausstellungsstände oder abgetrennte Ausstellungsbereiche bis 150 m² sind mobile Splitklimageräte die wirtschaftlichste Lösung. Typische Geräte in diesem Bereich:
- 5 bis 9 kW: Für kleinere Stände bis 70 m² mit mäßiger Wärmelast (Broschüren-Stand, Info-Point). Ein Gerät genügt meist.
- 9 bis 14 kW: Für mittelgroße Stände 70 bis 120 m² mit Beleuchtung und Screens. Ein bis zwei Geräte.
- 14 bis 25 kW (Doppel-Monoblock): Für Stände 100 bis 150 m² mit hoher Besucherfrequenz, großen Bildschirmwänden oder eigener Küche.
Wichtig für Aussteller:
Viele Messehallen haben eigene Klimaanlagen, aber die sind häufig auf Grundversorgung ausgelegt, nicht auf die Spitzenlast eines vollbesetzten Stands mit starker Beleuchtung. Gerade bei Premium-Präsentationen lohnt sich eine eigene temporäre Klimaeinheit, die unabhängig von der Hallenanlage läuft.
Temporäre Klimatisierung einer Industriehalle — Chiller außen, Fancoils im Innenbereich
3. Hallenübergreifende Klimatisierung (ab 500 m²)
Wenn ein Veranstalter eine gesamte Messehalle oder mehrere zusammenhängende Hallen temporär klimatisieren möchte, etwa weil die Hallenanlage defekt ist oder für eine Sonderveranstaltung zusätzliche Kapazität gebraucht wird, kommen Kaltwassersätze (Chiller) mit Fancoil-Netzwerken zum Einsatz.
Dieses System funktioniert wie folgt:
- 1Außen aufgestellter Chiller erzeugt Kaltwasser (7 bis 12 °C) und kühlt es durch Verdampfung von Kältemittel (F-Gas-zertifizierter Prozess).
- 2Kaltwasser wird über flexible, wärmegedämmte Kunststoffrohre (Klemmverbindung, ohne Schweißen) in die Halle geführt.
- 3Fancoil-Einheiten (Ventilator-Konvektor) verteilen die Kühle im Innenbereich. Betriebsgeräusch ca. 35 bis 45 dB(A).
- 4Rücklaufwasser (12 bis 16 °C) wird zurück zum Chiller geführt und erneut abgekühlt.
Für 1.000 m² Messehalle mit mittlerer Last werden typischerweise 100 bis 180 kW Chiller-Leistung benötigt. ATOWIK setzt dafür Chiller mit 40, 80 oder 130 kW ein, die modular kombiniert werden können.
4. Planungsvorlauf und Logistik
Für Messeprojekte gelten andere Vorlaufzeiten als für spontane Einzelveranstaltungen:
| Projekttyp | Empfohlener Vorlauf | Mindestvorlauf |
|---|---|---|
| Einzelner Messestand bis 30 kW | 2 bis 3 Wochen | 1 Woche |
| Messestand 30 bis 80 kW | 3 bis 5 Wochen | 2 Wochen |
| Hallenabschnitt 80 bis 300 kW | 4 bis 8 Wochen | 3 Wochen |
| Gesamthalle 300 kW + | 6 bis 12 Wochen | 4 Wochen |
5. Heizung bei Herbst- und Wintermessen
Herbst- und Wintermessen stellen andere Anforderungen. Während die Hallenheizung oft vorhanden ist, gibt es Situationen, in denen temporäre Zusatzheizung sinnvoll ist:
- Außenbereiche und Verbindungsgänge: Nicht beheizte Übergänge zwischen Hallen oder Außenbereiche des Messestands.
- Energieeinsparung: Gezielte Beheizung nur der eigenen Standfläche statt Gesamthalle.
- Ausfallsicherheit: Wenn die Hallenheizung ausfällt oder nicht ausreicht, kann kurzfristig ein Heizgerät angeliefert werden. Anfragen am besten direkt telefonisch.
- Produktdemonstration: Maschinen oder Produkte, die eine exakte Raumtemperatur benötigen.