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Messeklimatisierung: Chiller, Fancoils und Planung für Aussteller

Was unterscheidet die Klimatisierung einer Messehalle von einem Eventzelt? Welche Geräte eignen sich für einzelne Ausstellungsstände, Hallen und temporäre Ausstellungsräume? Dieser Ratgeber beantwortet alle Fragen zur professionellen Messeklimatisierung.

ATOWIK GROUP·Aktualisiert: Juli 2026·7 min Lesezeit

Inhalt

  1. 1.Messehalle vs. Eventzelt: die entscheidenden Unterschiede
  2. 2.Klimatechnik für den Messestand (bis 150 m²)
  3. 3.Hallenübergreifende Klimatisierung (ab 500 m²)
  4. 4.Planungsvorlauf und Logistik
  5. 5.Heizung bei Herbst- und Wintermessen
  6. 6.Checkliste für Aussteller

1. Messehalle vs. Eventzelt: die entscheidenden Unterschiede

Messehallen und Eventzel stellen thermisch sehr unterschiedliche Anforderungen an temporäre Klimatisierungslösungen:

MerkmalMessehalleEventzelt
BauweiseStahl/Beton, gute DämmungZeltplane, kaum Dämmung
Solare LastGering (gedämmtes Dach)Hoch (transparenter Stoff)
Deckenhöhe8 bis 20 m (Schichtung!)3 bis 6 m
StromanschlussOft vorhandenMeist via Aggregat
Klimatechnik-TypChiller + Fancoils bevorzugtMonoblock oder Chiller
Aufbauzeit2 bis 5 Tage (bei großen Hallen)4 bis 24 Stunden

Der wichtigste Unterschied: Messehallen haben durch ihre große Deckenhöhe ein Schichtungsproblem. Warme Luft steigt auf und sammelt sich oben, kalte Luft muss aktiv in den Aufenthaltsbereich geführt werden. In Zelten mit 4 bis 6 m Deckenhöhe ist dieses Problem weniger ausgeprägt.

2. Klimatechnik für den Messestand (bis 150 m²)

Für einzelne Ausstellungsstände oder abgetrennte Ausstellungsbereiche bis 150 m² sind mobile Splitklimageräte die wirtschaftlichste Lösung. Typische Geräte in diesem Bereich:

  • 5 bis 9 kW: Für kleinere Stände bis 70 m² mit mäßiger Wärmelast (Broschüren-Stand, Info-Point). Ein Gerät genügt meist.
  • 9 bis 14 kW: Für mittelgroße Stände 70 bis 120 m² mit Beleuchtung und Screens. Ein bis zwei Geräte.
  • 14 bis 25 kW (Doppel-Monoblock): Für Stände 100 bis 150 m² mit hoher Besucherfrequenz, großen Bildschirmwänden oder eigener Küche.

Wichtig für Aussteller:

Viele Messehallen haben eigene Klimaanlagen, aber die sind häufig auf Grundversorgung ausgelegt, nicht auf die Spitzenlast eines vollbesetzten Stands mit starker Beleuchtung. Gerade bei Premium-Präsentationen lohnt sich eine eigene temporäre Klimaeinheit, die unabhängig von der Hallenanlage läuft.

Temporary air conditioning in an industrial hall

Temporäre Klimatisierung einer Industriehalle — Chiller außen, Fancoils im Innenbereich

3. Hallenübergreifende Klimatisierung (ab 500 m²)

Wenn ein Veranstalter eine gesamte Messehalle oder mehrere zusammenhängende Hallen temporär klimatisieren möchte, etwa weil die Hallenanlage defekt ist oder für eine Sonderveranstaltung zusätzliche Kapazität gebraucht wird, kommen Kaltwassersätze (Chiller) mit Fancoil-Netzwerken zum Einsatz.

Dieses System funktioniert wie folgt:

  1. 1Außen aufgestellter Chiller erzeugt Kaltwasser (7 bis 12 °C) und kühlt es durch Verdampfung von Kältemittel (F-Gas-zertifizierter Prozess).
  2. 2Kaltwasser wird über flexible, wärmegedämmte Kunststoffrohre (Klemmverbindung, ohne Schweißen) in die Halle geführt.
  3. 3Fancoil-Einheiten (Ventilator-Konvektor) verteilen die Kühle im Innenbereich. Betriebsgeräusch ca. 35 bis 45 dB(A).
  4. 4Rücklaufwasser (12 bis 16 °C) wird zurück zum Chiller geführt und erneut abgekühlt.

Für 1.000 m² Messehalle mit mittlerer Last werden typischerweise 100 bis 180 kW Chiller-Leistung benötigt. ATOWIK setzt dafür Chiller mit 40, 80 oder 130 kW ein, die modular kombiniert werden können.

4. Planungsvorlauf und Logistik

Für Messeprojekte gelten andere Vorlaufzeiten als für spontane Einzelveranstaltungen:

ProjekttypEmpfohlener VorlaufMindestvorlauf
Einzelner Messestand bis 30 kW2 bis 3 Wochen1 Woche
Messestand 30 bis 80 kW3 bis 5 Wochen2 Wochen
Hallenabschnitt 80 bis 300 kW4 bis 8 Wochen3 Wochen
Gesamthalle 300 kW +6 bis 12 Wochen4 Wochen

5. Heizung bei Herbst- und Wintermessen

Herbst- und Wintermessen stellen andere Anforderungen. Während die Hallenheizung oft vorhanden ist, gibt es Situationen, in denen temporäre Zusatzheizung sinnvoll ist:

  • Außenbereiche und Verbindungsgänge: Nicht beheizte Übergänge zwischen Hallen oder Außenbereiche des Messestands.
  • Energieeinsparung: Gezielte Beheizung nur der eigenen Standfläche statt Gesamthalle.
  • Ausfallsicherheit: Wenn die Hallenheizung ausfällt oder nicht ausreicht, kann kurzfristig ein Heizgerät angeliefert werden. Anfragen am besten direkt telefonisch.
  • Produktdemonstration: Maschinen oder Produkte, die eine exakte Raumtemperatur benötigen.

6. Checkliste für Aussteller

Standfläche in m² und Deckenhöhe klären
Anzahl der Personen (Mitarbeiter + Besucher) abschätzen
Wärmelast durch Beleuchtung und Bildschirme ermitteln
Stromanschluss am Stand prüfen (16 A / 32 A / 63 A)
Kühlluft-Auslass: Richtung und Luftgeschwindigkeit planen
Angebot 3 bis 6 Wochen vor Messestart einholen
Auf- und Abbauzeiten mit Messe-Logistics abstimmen
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